Endlich war es so weit: Beim ersten Frühlingstermin durfte die Jugendgruppe unserer Ortsstelle – zur großen Freude aller – wieder an den Fels. Nach drei Winterterminen mit Skitour, LVS‑Technik und Skitechnik auf der Piste wurden Mitte April wieder Klettergurt angelegt, Helm aufgesetzt und die Kletterschuhe auf die ersten Tritte und Leisten am Kletterfelsen beim Weichtalhaus gesetzt.
Neben zwölf motivierten Jugendmitgliedern konnten wir an diesem Tag auch eine ebenso motivierte Schnupperin begrüßen, die sich einen Einblick verschaffen wollte, was die Jungs und Mädls bei der Bergrettung so machen.
Gestartet wurde – ganz langschläferfreundlich – um 10.00 Uhr in der Zentrale der Bergrettung Reichenau mit dem Ausbildungsblock „Frühling“. Dieser Block umfasst drei Termine, bei denen der Schwerpunkt auf Klettern sowie Kletter‑ und Seiltechnik liegt. Ziel ist es, die für das Sportklettern notwendigen Kenntnisse in Knotenkunde und Technik zu vermitteln – vom Standplatzbau über Sichern und Abseilen bis hin zur grundlegenden Rettungstechnik.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde für das neue Jugendmitglied ging es direkt an die Grundlagen: Da es sich um den ersten Klettertermin der Saison handelte, stand zunächst eine ausführliche Materialüberprüfung inklusive Erklärung auf dem Programm. Besonderer Fokus lag darauf, das Material korrekt am Klettergurt zu befestigen. Zur Auflockerung setzte sich das Jugendteam anschließend selbst ein Zeitlimit, innerhalb dessen sich alle korrekt adjustieren mussten – also Gurt anziehen und komplette Sicherheitsausrüstung anlegen. Nach genauer Kontrolle war das Team nach starken 3 Minuten und 30 Sekunden „ready to go“.
Noch bevor es ins Weichtalhaus ging, wurden an zwei Stationen das Anseilen und Einbinden ins Kletterseil, das Abseilen sowie die wichtigsten Knoten intensiv geübt. Die Kids waren mit vollem Eifer dabei und meisterten alle Aufgaben mit Bravour – selbst das Knotenbinden mit geschlossenen Augen stellte kein Problem dar.

Mit diesen soliden Basics im Gepäck ging es bei perfektem Frühlingswetter ins Höllental zum Kletterfelsen beim Weichtalhaus. Dort wurde die Gruppe geteilt: Eine Gruppe startete mit dem Klettern, die zweite beging den Klettersteig inklusive aktivem Abseilen. Beim Klettern wurden Routen im Schwierigkeitsgrad 4 bis 5 bewältigt. Nach zwei Durchgängen im Toprope konnten sich die Jugendlichen bei einer Route im 4. Schwierigkeitsgrad auch erstmals im Vorstieg versuchen. Zur zusätzlichen Sicherheit war ein Bergretter am Umlenkpunkt positioniert, sodass beim Einhängen des Seils keine Fehler passieren konnten. Die meisten Kids meisterten auch diese Herausforderung fehlerfrei und sammelten dabei spannende neue Erfahrungen.
Die zweite Gruppe bestieg über mehrere Klettersteigpassagen (bis Schwierigkeit C) den Übungsfelsen. Auch teilweise überhängende Wandpassagen wurden souverän bewältigt. Das unbestrittene Highlight war das aktive Abseilen über den 25–30 Meter hohen Überhang des Kletterfelsens.
Nach dem anschließenden Gruppenwechsel konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer das vollständige Programm durchlaufen. Gegen 17.00 Uhr ging der lange, aber äußerst lehrreiche Klettertag zu Ende. Bei einem kühlen Erfrischungsgetränk im Weichtalhaus wurden die Erlebnisse gemeinsam reflektiert und nachbesprochen.
Fazit: Die Kids sind bereit für den Klettersommer – und schon in wenigen Tagen steht der zweite Termin des Kletterblocks an. Wir freuen uns darauf!