Alpin Notruf: 140

Das Jahr 2025 ist am besten Weg einen traurigen Rekord aufzustellen. Am Vormittag um 10.55 Uhr wurde unsere Ortsstelle zum mittlerweile sechsten (!) Einsatz in diesem Jahr alarmiert. So wie bei allen bisherigen Einsätzen wurde die Witterung und die Länge des Klettersteiges (A/B) unterschätzt.

Die Kontaktaufnahme mit den polnischen Staatsbürgern war nach der Alarmierung nicht mehr möglich. In der Erstinformation war die Rede von zwei Erwachsenen und einer unbekannten Anzahl an Kindern, die im Schnee stecken geblieben waren und nicht mehr weiterkonnten. Ab ca 1500/1600m lag in den Morgenstunden etwas Neuschnee, dazu blies starker bis stürmischer, kalter Wind.

Aufgrund der unklaren Situation brach die Dienstgruppe ihr Übung in Schwarzau/Gebirge sofort ab und fuhr in Richtung Einsatzort in das Große Höllental zu. Weiters wurden weitere Bergretterinnen und Bergretter zusammengezogen, in Summe rückten 18 Mitglieder der Ortstelle aus. Ergänzend dazu wurde die Alpinpolizei als auch die Flugpolizei hinzugezogen. Eine zweite Mannschaft rückte in das Große Höllental zum Einstieg des AV-Steigs nach, eine dritte fuhr in Richtung Zwischenlandeplatz Weichtalhaus, um die Libelle des BMI zu unterstützen. Das vierte Bergeteam fuhr mit der Rax-Seilbahn auf das Plateau, um von oben in den AV-Steig einzusteigen.

Ein Suchflug des Polizei-Hubschraubers verlief negativ, da im oberen Bereich Nebel und Schneefall die Ortung nicht möglich machte. Das erste Einsatzteam stieg den AV-Steig ein und konnte nach ca 25min Aufstieg zwei polnische Staatsbürger antreffen. Die beiden waren für die Witterung und den Klettersteig völlig unzureichend ausgestattet (kein Klettersteigset, keine warme Kleidung,…). Wie sich schließlich herausstellte, handelte es sich um die gesuchten Personen. Die beiden 20-jährigen Frauen wurden durch das Bergeteam erstversorgt (Wärmemanagement) und mit wärmender Kleidung sowie mit entsprechender Ausrüstung versorgt. Im Anschluss wurden die beiden Polinnen zum Einstieg des Steiges abgeseilt und in Sicherheit gebracht werden. Die Mannschaften rückten im Anschluss wieder in die Zentrale ein und um 13.17 Uhr konnte Einsatzende vermeldet werden.

Auch dieses Mal müssen wir – einmal mehr – darauf hinweisen, Touren nur (!) mit entsprechender Planung zu unternehmen. Dazu gehören die Wetterprognose, die Planung des Weges oder eine adäquate Ausrüstung. Eine vollständige Übersicht und wichtige Tipps findet ihr unter Tipps | ÖBRD – NÖ/Wien.

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