Alpin Notruf: 140

Die letzte Februarwoche ist seit Jahren eine der intensivsten Zeiten für die Bergrettung. Nicht wegen der Einsatzzahlen, sondern in dieser Zeit findet der 6-tägige Grundkurs Winter statt. Dieser bildet den Abschluss der ca 2-jährigen Ausbildung zur Bergretterin bzw. Bergretter. Parallel zu diesem findet auch der Gruppenleiterkurs für Einsatzleiter statt.

Auch heuer ging es wieder ins Mariazellerland nach Mitterbach am Erlaufsee, welche mit der Gemeindealpe ein tolles Übungsgebiet bietet. Und mit der Bergrettung Mitterbach findet man den perfekten Partner vor Ort, der mit bis zu 20 Personen bei der Organisation und Durchführung des Kurses unterstützt. VIELEN DANK an die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden.

In diesem Jahr war die Bergrettung Reichenau sehr prominent mit insgesamt 17 Personen in Mitterbach vertreten:

  • 8 Bergretter:innen in Ausbildung besuchten den Basiskurs Winter
  • 2 Bergrettern absolvierten den Gruppen-Einsatzleiter Kurs
  • 7 Lehrwarte der Ortsstelle Reichenau

Die Ausbildungsinhalte waren sehr vielfältig. Am Sonntag um 7.30h trafen die Teilnehmer:innen in Mitterbach ein und es ging nach einer offiziellen Begrüßung durch die Landesleitung der Bergrettung NÖ/W, durch den Bürgermeister von Mitterbach und weiteren Ehrengästen bereits kurz danach los. Die angehenden Bergretter:innen wurden ihren Lehrwarten in Gruppen von 6-8 Personen zugeteilt und starteten sogleich mit dem Kursbetrieb.

In den nächsten Tagen vermittelten die Lehrwarte diverse Rettungstechniken im Schnee, von Akia fahren über Flaschenzüge, Seilgeländer und Verankerungen im Schnee bis hin zur Ersten Hilfe und Wärme Management oder Orientierung im Gelände reichten die Themen. Ein Highlight für viele Teilnehmer:innen war der Tourentag. Am Vortag mussten die Tour geplant werden, sprich Schnee-, Wetter-, Lawinensituation abklären, die Route bestimmen und Auf- und Abstiegszeit einschätzen sowie eine Marschskizze zeichnen. Die Skitour am Folgetag führte die Gruppen in die Berge zw. Xeis, Veitsch und Hochschwab.

Ein weiterer Fixpunkt in der Ausbildungswoche ist die große Lawinenübung. Gestartet wird dabei mit einer Schauübung des Lehrwarteteams zur Kameradenrettung, im Anschluss darf auch die Hundestaffel ihr Können unter Beweis stellen und einen Lehrwart tief unten im Schnee erschnüffeln. Zu guter Letzt durften die Bergretter:innen in Ausbildung selbst Hand anlegen und beim „planmäßigen Lawinenseinsatz“ mit Unterstützung der Lehrwarte als auch der Teilnehmer des Gruppenleiterkurses sondieren, schaufeln und den Lawinenkegel markieren. Für den Zustieg zum Lawinenkegel auf der sogenannten Brunnsteinalm wurden die Gruppe bereits in die Obhut ihres „Gruppenführers“ der Nachtübung gegeben. Zwei Reichenauer absolvierten den Gruppen-Einsatzleiter-Kurs und konnten so die Gruppe, ihre Personen, Stärken, Schwächen besser kennenlernen.

Am letzten Tag der Ausbildungswoche ging es tagsüber noch einmal ins Gelände, um sich den letzten Feinschliff zu holen. Denn am Abend stand die große Nachtübung auf dem Programm. Die Gruppe musste unter Anleitung der Teilnehmer des Gruppen-Einsatzleiterkurses ein Einsatzszenario am Berg abwickeln. Nach dem Abendessen trafen sich die Personen in der jeweiligen Gruppen, es wurde gelacht und über die abschließende Übung diskutiert. Ab 18.30h gingen dann die ersten Alarmierungen ein und die Gruppen wurden von ihren Quartieren abgeholt und in die Bergrettungszentrale gebracht. Der Gruppenleiter ging in die Einsatzleitung, um die Lageinformation zu erhalten. In der Zwischenzeit richteten die Bergretter:innen ihre Ausrüstung, fellten die Ski auf. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit dem Gruppenleiter – ein Lehrwart begleitete die Gruppe als Beobachter – wurde die für das Einsatzszenario hergerichtet Ausrüstung – Akia, Seile, Bandschlingen, Karabiner,… – sortiert und im Bergrettungs-KFZ verladen. Im Anschluss ging es zum Ausgangspunkt und die Gruppen stiegen auf eine Anhöre zw. Zeller Rain und Gemeindealpe auf.

Den in Summe 8 Gruppen waren bestimmte Suchgebiete inkl. GPS Koordination zugewiesen. Nach der nächtlichen Suche galt es die Personen – die Verletzungsmuster reichten von Frakturen der Extremitäten über innere Verletzungen bis hin zu Hysterie – zu bergen. Der Gruppenleiter führte das Team an, sodass die zukünftigen Bergretter:innen das in der Woche erlernte Wissen anwenden konnten und teilweise auch improvisieren mussten. Um kurz vor Mitternacht war auch die letzte Bergung erfolgreich abgeschlossen und die Gruppe in der Einsatzzentral eingetroffen.

Nach der Versorgung des Materials und der Ausrüstung ging es weiters ins Gasthaus in Mitterbach, wo die Nachtübung in der Gruppe inkl. Lehrwart und „Opfer“ reflektiert wurde. Danach ging es in den gemütlichen Teil über, es wurde gegegessen, getrunken, gespielt und gesungen. Schlichtweg wurde die Kameradschaft bis in die Morgenstunden hochleben lassen.

Mit der Verleihung der Urkunden und Medaillen wurde die Ausbildungswoche abgeschlossen. Wir gratulieren allen neuen Bergretterinnen und Bergrettern von ganzem Herzen und freuen uns besonders, folgende Mitgliedern unserer Ortsstelle zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung gratulieren zu dürfen. Es ist großartig, euch als vollwertige Bergretterinnen und Bergretter im Team begrüßen zu können:

  • Moritz Blazek
  • Thomas Greger
  • Alexander Pap
  • Corinna Rennhofer
  • Christoph Röder
  • Patrick Sieberer
  • Oliver Spiegl
  • Jana Teynor

Weiters möchten wir den beiden Teilnehmern beim Gruppen-Einsatzleiter-Kurs zum erfolgreichen Abschluss gratulieren:

  • Tobias Alber
  • Thomas Ritter

Und schlussendlich ein riesiges Dankeschön an das Lehrwarte Team unserer Ortsstelle als auch die Ausbildungsleitung der Bergrettung NÖ/W. Nur durch euer Engagement sind diese Ausbildungen möglich.

 

 

 

 

 

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