Alpin Notruf: 140

Unsere Bergretterin in Ausbildung Mariette hat 2023 ihr „Probejahr“ bei uns absolviert. In dieser Zeit war sie bereits bei zahlreichen Einsätzen als Unterstützung mit, manchmal sogar mit einer/einem erfahrenen Bergretter:in als Ersthelfer und hat diverse Fort- und Ausbildungen absolviert. In wenigen Wochen wird sie den Basisgrundkurs Sommer absolvieren, ein sehr wichtiger Schritt am Weg zur fertigen Bergretterin.

Die letzten beiden Wochenende waren auch für Jet, wie sie von Freunden und Kameraden gerufen wird, bei diversen Fortbildungen engagiert. Denn die Bergrettung erfordert nicht nur umfassende technische Kompetenz am Berg, sondern auch Erste Hilfe und Versorgung am Berg. Vor zwei Wochen ging es daher für sie zum zweitägigen Alpinmedizinkurs der Bergrettung Niederösterreich/Wien zum Peilstein. Nach einem erfrischenden Aufstieg zum Peilsteinhaus fing der Kurs um 8 Uhr morgens an mit drei Vorlesungen über das Erkennen und Behandeln von traumatischen und internistischen Notfälle an. Die Expert:innen des Alpinmedizin-Referats vermittelten das Wissen kurzweilig und anschaulich, bevor es an der Zeit war, das Gelernte in die Praxis zu bringen.

In drei Stationen wurden die Behandlung von traumatischen Notfällen mit Schienung, internistischen Notfällen inklusive Wiederbelebung und Beatmung und Verwendung von Materialien in den Notfallrucksack geübt. Auch mit der Trage und der Vakuummatratze wurde der Umgang trainiert, so dass Unfallopfer beim Abtransport richtig stabilisiert werden können. Nach zwei Vorlesungen über die psychische Betreuung von Unfallopfern und Begleitpersonen oder Angehörigen, ging es nach dem Abendessen zur Nachtübung. Aufgeteilt in zwei Mannschaften ging es darum, zwei fingierte Alarmierungen von Unfällen am Peilstein zu lösen. Bei bestem Bergrettungswetter (Regen, Kälte und Wind) und den damit verbundenen Bedingungen ging es runter Richtung Klettergebiet, wo ein Patient von einem Baum getroffen wurde. Nach Erstversorgung, Schienung und Wärmemanagement ging es mit der Trage den langen, rutschigen Weg zurück zum Peilsteinhaus. Beide Einsätze wurde von den Teams bravourös gemeistert und zu später Stunde in der Hütte bei dem ein oder anderen Getränk nachbesprochen.

Am nächsten Tag startete das Programm wieder um 8 Uhr mit zwei Vorlesungen über die Zusammenarbeit mit Alpinpolizei, Rettungswesen und Hubschraubereinsätzen. Auch der Tod in der Bergrettung wurde besprochen, sowohl das PEER-System in der Bergrettung, wo Bergretter:innen sich Hilfe holen können für die Verarbeitung von Einsätzen. Nachher war Zeit nochmal mit den verschiedenen Materialien zu üben, bspw. HWS-Schienung und der Trage. Am Nachmittag wurden wieder in zwei Mannschaften verschiedene Szenarien geübt, vom Bienenstich mit allergischer Reaktion zum Sturz aus großer Höhe bis hin zu Schlaganfall. In Summe ein sehr lehrreiches Wochenende und wir möchten uns bedanken bei die LehrwartInnen für den interessanten und gut aufgesetzten Alpinmedizin-Kurs.

Und weiter ging es am vergangen Wochenende mit der Hubschrauberschulung in Zusammenarbeit mit dem BMI. Der erste Tag wurde in Wien verbracht, wo in der Meidling Kaserne ein umfassendes Theorieprogramm „durchgekaut“ wurde. Vom Einweisen über Zusteigen/Aussteigen bis hin zu Verhalten im Hubschrauber reichte das Programm.

Das Highlight des zweitägigen Kurses folgte – so wie jedes Jahr – am zweiten Kurstag. Früh morgens trafen sich die Kursteilnehmer:innen in Schneebergdörfl, um am Fuße des Schneebergs mit dem Hubschrauber zu trainieren. Trainiert wurde Umgang mit Heli, schwebendes/gestütztes Einsteigen, Fliegen am Tau, korrektes Eiweisen und sicheres Zu-/Abgehen vom Hubschrauber sowie Kommunikation und Zuarbeiten mit der Hubschrauber-Crew. Ein tolles Erlebnis für die Kurs-Teilnehmer:innen war der Flug am Tau auf den Herminensteig.

Für Mariette waren es intensive, jedoch sehr lehrreiche zwei Wochenende, die ihr das nötige Rüstzeug gegeben haben, um den Sommerkurs Basis erfolgreich zu absolvieren als auch bei zukünftigen Einsätzen bestmöglich unterstützen sowie helfen zu können. Ein großes DANKE an alle Ausbildner:innen, Teilnehmer:innen und an die Crew der BMI-Flugstaffel für die top Zusammenarbeit. Euer Einsatz ist der Garant für Erfolg.

Und wer es Mariette nachmachen möchte, sich für die Ausbildung zur/zum Bergretter:in interessiert, findet alle Informationen hier auf unserer Homepage unter https://reichenau.bergrettung-nw.at/wer-wir-sind/ausbildungsgruppe/bergretterin-werden/ – wir freuen uns auf dich.

 

 

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