Alpin Notruf: 140

Das Wochenende brachte das für viele erhoffte kalte und sonnige Winterwetter, welches sehr viele Skitourengeher, Schneeschuh- und Winterwanderer für einen Ausflug nutzen. Blieb der Samstag noch (überraschenderweise) ohne Einsatz, wurde die Ortsstelle am heutigen Sonntag zwei Mal alarmiert.

Einsatz #1 betraf einen 28-jährigen Skitourengeher, der in der Abfahrt im Karlgraben gestürzt war und sich dabei eine schwere Hüftverletzung (Verdacht Hüftbruch) zuzog. Glücklicherweise waren im Bereich Siebenbrunnerwiesen-Waxriegelhaus mehrere Ortsstellen (Puchberg, Grünbach, Reichenau) vor Ort. Ein Team der Bergrettung Grünbach, welche ihre Winterübung absolvierte, stiegen zusammen mit zwei Bergrettern der Ortsstelle Reichenau den Karlgraben zu der verletzten Person auf. Parallel wurde auch der Notarzthubschrauber C99 aus Wiener Neustadt alarmiert. Die Bergrettung traf nach knapp 16min bereits beim Unfallopfer ein und übernahm die Erstversorgung. Weitere Bergretter aus aus Reichenau und ein Kamerad aus Puchberg sperrten den Zwischenlandeplatz für den Notarzhubschrauber ab. Dieser traf wenig später ein und flog Notarzt und Sanitäter am Tau zur Unfallstelle zur weiteren Versorgung. Ca. 30min später wurde der Patient mit der Crew des ÖAMTC Hubschraubers zum Zwischenladenplatz geflogen, in den Hubschrauber verladen und ins KH weitergeflogen. Die Bergemannschaften fuhren wieder ab und um kurz vor 15.00 Uhr konnte Einsatzende vermeldet werden.

Der zweite Einsatz ging um 14.40 Uhr bei der Ortsstelle Reichenau ein. Eine Wandererin aus Niederösterreich war eine Route einer Berg-App gefolgt und mit ihren zwei Hunden in wegloses, absturzgefährdetes Gelände geraten. Zwei Bergretter stiegen von Schneedörfl über den Mariensteig durch die Eng zu. Nach ca 45min konnte erstmals Rufkontakt hergestellt werden, wenige Minuten später schließlich aus Sichtkontakt. Die Frau stand mit ihren tierischen Begleitern knapp oberhalb eines ca 20min hohen Felsabbruches und konnte weder vor noch zurück. Das Bergeteam stieg über eine Schotterrinne und einen versteckten Jagdsteig zu, sicherte die Person mit Gurt am kurzen Seil. Auch wurden Grödeln der Person angelegt, nachdem der Boden hartgefroren, tw. eisig war. Anschließend geleiteten die Bergretter die Wandererin und die beiden Hunde am Seil retour auf den Wanderweg in der Eng, von wo aus retour nach Schneedörlf abgestiegen werden konnte. Nach knapp zwei Stunden konnte auch dieser Einsatz abgeschlossen werden.

Wir müssen abschließend darauf hinweisen, dass Touren entsprechend zu planen sind, Handy-Apps keine Garantie sind, dass eine Route „machbar“ (Orientierung, Gelände,…) ist. Auch gilt es zu beachten, dass die Wege, Steige, Skirouten aktuell extrem hart und vereist sind, Skitouren im Auf- wie im Abstieg entsprechende Erfahrung und Skitechnik voraussetzen. Wir wünschen dem Unfallopfer gute und rasche Genesung.

Und möchten sich bei allen beteiligten Einsatzkräften für die ausgezeichnete Zusammenarbeit heute bedanken.

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