Nach der feuchten Witterung zieht es nun wieder die Menschen in die Berge, um Erholung und Abkühlung von der enormen Hitze zu finden. Leider schlägt sich dies auch bei den Einsatzzahlen nieder. So wurde unsere Ortsstelle in den vergangenen 7 Tagen zu insgesamt 7 Einsätzen gerufen.
Den ersten, kleinen Einsatz gab es am Mittwoch letzter Woche. Eine 81-jährige Frau war in einem Waldgebiet von Pottschach gestürzt und hatte sich an der Nase verletzte. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst wurde die Person versorgt und ins Krankenhaus gebracht.
Nach einem einsatzfreien Donnerstag gingen am Freitagnachmittag innerhalb weniger Stunden zwei Einsätze ein. Die erste Alarmierung erfolgte um 17.31 Uhr, nachdem sich eine 57-jährige Wienerin in Folge eines Sturzes eine Armfraktur zugezogen hatte. Unser Bergretter und Hüttenwirt der Knofeleben übernahm die Erstversorgung und Schienung des Armes. Eine Einsatzmannschaft fuhr mit dem Einsatzfahrzeug zu und übernahm um 19.30 Uhr auf der Berghütte ein. Nach einem letzten medizinischen Check durch unseren Sanitäter erfolgte der Abtransport mit dem KFZ in Richtung Prigglitz, wo die Damen dem Rettungsdienst übergeben werden konnte. Um 19.40 Uhr konnte Einsatzende vermeldet werden.
Jedoch nur wenige Minuten später ging die nächste Alarmierung ein. Die Mutter eines 66-jährigen Niederösterreichs meldete diesen als
abgängig. Lt. ihren Angaben wollte er einen selten begangen Steig (Wiener Neustädter Weg) im 4. Schwierigkeitsgrat alleine besteigen. Zu der Tour war er bereits am Donnerstagmorgen aufgebrochen, jedoch bislang nicht retour gekommen. 13 Bergretter:innen wurden in drei Suchteams aufgeteilt, eine Gruppe führ mit einer Sondergondel der Rax-Seilbahn (Danke für die wie immer ausgezeichnete Zusammenarbeit) auf das Plateau, um von oben zuzusteigen und den Abstiegsweg des Wachthüttelkamm abzusuchen. Eine zweite Mannschaft stieg von unten in den Wachthüttelkamm ein, unterstützt durch Suchhunde der Bergrettung Niederösterreich/Wien. Eine dritte Mannschaft fuhr ins Große Höllental, um die Wände auf Lichtzeichen als auch den Wandfußbereich abzusuchen. Auch die Drohnenstaffel der Bergrettung wurde zugezogen, die im Großen Höllental die Kletterroute absuchen sollte.
Parallel wurden Alpinpolizei und der Polizeihubschrauber alarmiert. Die Libelle des BMI sollte mittels Wärmebildkamera nach der vermissten Person suchen. Dies verlief jedoch negativ. Die Bergretter suchten das Gebiet ab und um 21.50 Uhr konnte der Niederösterreich unverletzt, jedoch erschöpft im hinteren Bereich des Großen Höllentals aufgefunden werden. Nach einer kurze Abklärung ging es zu Fuß zum Einsatzfahrzeug, mit dem der Wanderer zu Tal gebracht werden konnte. Mit dem Einrücken der letzten Einsatzkräfte um 23.04 Uhr konnte schließlich Einsatzende vermeldet werden.
Am Samstag ging das Einsatzgeschehen mit zwei Alarmierungen weiter. Ein 59-jähriger Mann aus dem Bezirk Neunkirchen klagte am späten Vormittag über plötzliches Unwohlsein und Schmerzen, die den Rückweg vom Seehüttenweg zur Bergstation nicht mehr zuließen. Eine kleine Mannschaft fuhr mit dem Einsatzfahrzeug zu und nach Abklärung des Zustandes des Patienten wurde dieser mit dem KFZ zur Bergstation gebracht. Auf eigenen Wunsch verzichtete der Mann auf eine Übergabe an den Rettungsdienst.
Noch am selben Tag um 17.05 Uhr alarmierte eine 34-jährige Staatsbürgerin, dass sie am Weg zw. Waxriegelhaus und Bachleiten umgeknöchelt war, sodass ein Abstieg zum KFZ am Parkplatz Griesleiten nicht mehr möglich war. Der Wirt des Waxhaus, Bergretter unserer Ortsstelle, und eine anwesende Bergretterin unserer Ortsstelle stiegen von der Schutzhütte zu, erreichten nach knapp 30min die Person und übernahmen die Erstversorgung. Parallel rückte eine Einsatzmannschaft mit KFZ und Gebirgstrage zum Unfallort aus. Um ca 18.00 Uhr traf das Bergeteam bei der Tschechin ein und übernahm die weitere Versorgung sowie den Abtransport. Um kurz vor 18.30 Uhr kam die Mannschaft im Tal ein und konnte die Patientin an den Rettungsdienst übergeben. Mit dem Einrücken in der Zentrale um 18.53 Uhr konnte Einsatzende vermeldet werden.
Am Sonntag wurden wir um 15.28 Uhr von einer Gruppe alarmiert, da eine 75-jährige Wienerin am Ferdinand-Mayr-Weg gestürzt und sich dabei eine Knieverletzung unbekannten Grades zugezogen hatte. Sie klagte über hohe Schmerzen. Bereits 15.45 Uhr konnte eine 10-köpfige Einsatzmannschaft ausrücken, da zahlreiche
Bergretter:innen beim WSV Prein Sport- und Blaulicht-Tag die Bergrettung vorstellen und bei einer Schauübung präsentieren konnten. Die Personen konnten ihre Position glücklicherweise sehr genau angeben, sodass man sich entschloss, einen Voraustrupp aus zwei Bergrettern (inkl. Notfallsanitäter der Bergrettung) von unten die ca 350 Höhenmeter zuzusteigen. Das restliche Bergeteam fuhr mit dem KFZ in Richtung Kienthalerhütte, um von oben – ebenfalls 300-400 Höhenmeter mit der Gebirgstrage zuzusteigen. Um 16.50 Uhr trafen die ersten beiden Bergretter bei der Patientien ein und übernahmen die Versorgung. Nach einem medizinischen Check wurde das Bein geschient und für den Transport in der Gebirgstrage vorbereitet. Um 17.10 Uhr traf die Crew mit der Trage an der Unglückstelle ein und 15min später konnte der Abtransport starten. Seilgesichert wurde die Patientin liegend über zahlreiche Serpentinen und Wald- sowie kleine Felsstufen zu Tal gebracht und um 18.20 Uhr am Parkplatz des Weichtalhauses an den Rettungsdienst übergeben werden. Im Anschluss rückte das Bergeteam ein und um 18.50 Uhr wurde Einsatzende gegeben.
Der Montag verlief glücklicherweise einsatzfrei, jedoch am Dienstag stürzte ein 18-jähriger aus Amstetten und zog sich dabei eine stark blutende Knieverletzung zu. Nach der Alarmierung um 16.30 Uhr traf um kurz nach 17.00 Uhr der erste Bergretter beim Verletzten ein und kümmerte sich um die Versorgung, bis der verständigte Notarzthubschrauber als auch die Bergemannschaft unserer Ortsstelle vor Ort eintrafen. Um 17.15 Uhr traf der Christophorus am Unfallort ein und wenig später die weiteren Bergretter:innen, die gemeinsam den Patienten versorgten und für den Transport im Rettungshubschrauber vorbereiteten. Nach dem erfolgreichen Start in Richtung Krankenhaus rückte das Bergeteam wieder ein und um 18.15 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.
Wir wünschen allen Verunfallten Personen eine gute sowie rasche Genesung und bedanken uns bei allen Einsätzkräften für die tolle Zusammenarbeit.