Alpin Notruf: 140

Die Ferienzeit ist auch für die Ortsstelle Reichenau stets eine mit hohem Einsatzgeschehen. Auch in den letzten Tagen kam es zu mehreren Alarmierungen, zu denen unsere Bergretterinnen und Bergretter ausrücken mussten.

Am 4. Juli beispielsweise bestand nach einem starken Gewitter abermals Brandverdacht am Mittagstein/Feuchtaberg. Durch einen Blitzschlag im steilen bzw. absturzgefährdeten Gelände des Bärenpfades, geriet eine kleine Fläche in Brand. Zur Unterstützung der Feuerwehr bei den Löscharbeiten rückte eine Einsatzmannschaft mit dem Waldbrandset in Richtung Brandherd aus. Glücklicherweise verliefen die Löscharbeiten – großes Danke an die Feuerwehrfrauen und -männer – erfolgreich, sodass ein Ausbreiten verhindert und der Brand rasch gelöscht werden konnte.

Am Folgetag stürzte eine 55-jährige Wienerin am Wasserleitungsweg so unglücklich, dass sie sich eine Knöchelverletzung zuzog. Die Dienstmannschaft rückte zum Einsatzort aus, ein 2-köpfiger Voraustrupp stieg von Hirschwang aus zu, das Bergeteam mit Gebirgstrage folgte wenige Minuten später. Nach knapp 20min trafen die ersten beiden Bergretter bei der Frau ein und begannen mit der Erstversorgung. Das Bein wurde mittels SAM-Spling geschient und im Anschluss, in die mittlerweile eingetroffene Gebirgstrage, zum Abtransport eingebracht. Über den Wanderweg ging es zurück nach Hirschwang, wo die Person an den Rettungsdienst übergeben werden konnte.

Am selben Tag wurde unsere Ortsstelle um 21.29 Uhr – während eines starken Gewitters alarmiert – nachdem ein Melder zwei Personen am Mittagstein als vermisst gemeldet hatte. Noch während der Abklärung und Vorbereitung des Einsatzes, konnte Entwarnung gegeben werden. Die beiden Wanderer kamen durchnässt, jedoch unverletzt im Quartier an. Wir müssen darauf hinweisen, dass der Mittagstein nach dem Waldbrand 2021 weiterhin SPERRGEBIET ist, sämtliche Steige und Wanderwege sind mit entsprechenden Tafeln gekennzeichnet. Es herrscht weiterhin akute Steinschlaggefahr. Wir ersuchen die Sperre einzuhalten.

Diesen Samstag war unsere Dienstmannschaft abermals gefordert. Vom rasch einsetzenden Gewitter wurde ein Patient kurz vor der Bergstation der Rax-Seilbahn ereilt. Der unweit eingeschlagene Blitz hatte dem Mann aus der Steiermark stark zugesetzt, sodass er den weiteren Weg nicht mehr alleine bestreiten konnte. Passanten, die sich in unmittelbarer Nähe befunden haben, geleiteten ihn in Richtung Seilbahn bis er wenig später von unseren Bergretter:innen und der ÖAMTC Flugrettung übernommen werden konnte. Danke für die gute Zusammenarbeit mit unseren Freunden von der ÖAMTC Flugrettung und die Zivilcourage der helfenden Passanten.

Unwetter im Gebirge sind eine weitestgehend unterschätzte Gefahr. Umso wichtiger ist es Touren nach Wetterberichten zu planen und Vorsicht walten zu lassen. In diesem Sommer wurden bereits mehrfach Wanderer und Alpinisten von Gewittern „überrasch“, obwohl jedes Mal diese von den Wetterdiensten prognostiziert wurden.

 

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