Die Ortsstelle Reichenau blickt auf ein einsatzreiches Wochenende zurück. Der Sonntag blieb bis in die Abendstunden einsatzfrei, trotz bestem Wanderwetter (bei stürmischen Wind in den Hochlagen). Umso einsatzreicher gestalteten sich die Tage zuvor.
Am Freitagabend um 17.47 Uhr wurde die Bergrettung über Notruf 140 alarmiert, nachdem eine Spaziergeherin Hilferufe aus dem Wald am Haaberg beim Sissi-Schloss vernommen hatte. Eine Einsatzmannschaft rückte ein, ein in der nähe wohnhafter Bergretter stieg direkt – gemeinsam mit dem Rettungsdienst und Polizei – zum Unfallort. Dieser befand sich nur knapp 50 Höhenmeter oberhalb der Straße, jedoch mitten in einem durch die Stürme schwer zugänglichem Steig. Der Rettungsdienst und der Bergretter übernahmen die Erstversorgung, nachdem 83-jährige ortsansässige Frau bereits ca 2 Stunden am Boden gelegen und somit unterkühlt war. Sie war im Windwurf ausgerutscht, dabei auf Schulter und Arm gestürzt und konnte nicht mehr eigenständig auf- und ins Tal absteigen. Ein Bergeteam der Ortsstelle stieg mit Gebirgstrage auf, mit der sie schließlich durch das unwegsame Gelände ins Tal gebracht werden konnte, um mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus zur weiteren Versorgung gebracht zu werden. Um kurz nach 19 Uhr konnte Einsatzende schließlich vermeldet werden.
Den Samstag nutzten, trotz Nebels bedecktem Himmel, viele Personen für einen Ausflug auf Rax und Schneeberg. In Summe wurde unsere Ortsstelle an diesem Tag vier Mal alarmiert.
Einsatz Nummer 1 ging um kurz nach 13 Uhr ein eine Alarmeldung ein. Eine 63-jährige Niederösterreicherin war am Göbl-Kühnsteig umgeknöckelt und hatte sich dabei eine Verletzung zugezogen. Die Dienstmannschaft war zu diesem Zeitpunkt am Plateau unterwegs und stieg zum Unfallort ab.Parallel wurd ein Bergeteam im Tal für eine terrestrische Bergung zusammengestellt, nachdem aufgrund der Witterung (tiefe Wolken, böiger Wind) nicht klar war, dass eine Bergung durch
verständigten Christophorus 15 möglich ist. Ein Bergrettungsarzt der Ortsstelle treffen nach ca 40min am Unfallort ein, nehmen die Erstversorgung vor und unterstützen bei der Taubergung, die glücklicherweise erfolgreich verläuft. Das zusammengestellte Bergeteam ist mittlerweile am Zwischenlandeplatz in der Griesleiten eingetroffen und unterstützt den Rettungshubschrauber bei der Versorgung der Person. Um 14.44 Uhr wird die Niederösterreicherin an den Rettungsdienst übergeben, um mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus zur Behandlung überstellt zu werden. Die beiden Bergretter steigen den Göbl-Kühn-Steig ins Tal ab und rücken im Anschluss mit dem Bergeteam in die Zentale ein.
Parallel zu Einsatz 1 ging eine weitere Alarmierung ein. Der Gesundheitszustand einer 86-jährigen Grazerin hatte sich am Ottohaus rasch verschlechtert. Ein Bergretter der Ortsstelle fuhr mit dem Bergrettungsfahrzeug von der Bergstation zu, übernahm die Erstversorgung und brachte diese im Anschluss zur Rax-Seilbahn. In der Talstation konnte die Person an den Rettungsdienst übergeben werden.
Zwei weitere Alarmierungen gingen in den Abendstunden ein. Um 20.05 Uhr meldete eine Person aus dem Preintal, dass sie Lichtzeichen auf der Rax im Bereich Törlweg vernahm. Eine Einsatzmannschaft rückte ein und in Zusammenarbeit mit der Alpinpolizei wurde die Situation bewertet. Vor Ort konnte festgestellt werden, dass die Lichtkegel von Stirnlampen stammten und diese keine Notsignale abgeben. Um kurz vor 21.00 Uhr wurde in Absprache mit der Polizei die Alarmierung Nummer 3 des Tages beendet.
Wenige Minuten später wurde die Ortsstelle Reichenau abermals alarmiert. Eine Person aus dem Höllental hatte Notsignale
am Hochschneeberg unterhalb des Klosterwappens gemeldet. Die Einsatzleitung stimmte sich mit der ebenfalls alarmierten Bergrettung Puchberg ab und es wurden die Hütten in der Nähe verständigt um die Situation am Berg zu evaluieren. Der Hüttenwirt der Fischerhütte, ebenfalls Bergretter, als auch eine Person der Kienthalerhütte stiegen in Richtung Gipfel auf. Nach ca 30 Minuten konnte Entwarnung gegeben werden – die Lichtsignale stammten von vier Wanderern, die über das Klosterwappen in Richtung Tal abstiegen.
Bei beiden Alarmierungen in den Abend-, Nachstunden mussten die eingerückten Bergeteams glücklicherweise nicht ausrücken. Wir appellieren jedoch an Wanderer und Alpinisten, die ortsansässige Ortsstelle der Bergrettung im Vorfeld zu verständigen, falls eine Tour im Dunklen durchgeführt wird. Das erleichtert den ehrenamtlichen Bergrettungsteams die Abklärung von Alarmierungen in den Nachtstunden.