Die letzten Ferientage in Niederösterreich und Wien brachten abermals mehrere Alarmierungen für die Ortsstelle Reichenau.
Am Sonntag kam es binnen weniger Stunden zu zwei Abstürzen von sehr erfahrenen Alpinisten. Der erste Unfall passierte um kurz vor 11.00 Uhr vomittags im Staudengraben der Rax, als einem 41-jährigen Burgenländer ein fataler Fehler im Abseilvorgang unterlief und daraufhin mehrere Meter auf den felsigen Erdboden stürzte. Sein Kletterpartner setzte die Rettungskette in Gang und die Dienstmannschaft der Bergrettung Reichenau rückte aus. Vom Notruf wurde ebenfalls der
Notarzthubschrauber alarmiert. Ein Sichtungsflug ergab, dass das Notarztteam des ÖAMTC Hubschraubers C15 vor Ort zur Versorgung des Verunglückten abgesetzt werden kann. Die Bergrettung Reichenau unterstütze am Zwischenlandeplatz. Nach einer 30-minütigen Versorgung durch den Notarzt wurde der Kletterer zum Zwischenlandeplatz transportiert und im Anschluss ins Krankenhaus geflogen. Nach knapp 2 Stunden konnte mit dem Einrücken Einsatzende vermeldet werden.
Kurze Zeit später, um 13.30 Uhr ging der nächste Notruf ein – ein 66-jähriger Mann aus dem Bezirk Neunkirchen – war beim Klettern an der Frisbeeplatte am Falkensteing aus mehr als 10m abgestürzt. Die eben erst eingerückte Dienstmannschaft rückte sogleich wieder aus und begab sich zum Unfallort. Abermals wurde der ÖAMTC Hubschrauber – dieses Mal aus Wiener Neustadt – alarmiert, welcher bereits nach knapp 15min am Unfallort eintraf und Notarzt sowie Sanitäter absetzte. Unterstützung erhielten die Rettungskräfte durch zufällig vor Ort anwesende Bergretter aus Schwarz/Tirol, die die Erstversorgung vorgenommen hatten. Die ebenfalls nun eingetroffene Einsatzmannschaft der Ortsstelle Reichenau unterstützte vor Ort und um 14.35 Uhr konnte der Patient nach der Stabilisierung ins Krankenhaus zur weiteren Behandlung ausgeflogen werden.
Am Dienstag dann die nächste Alarmierung. Ein 85-jähriger Wiener war im Bereich des Ottohauses gestürzt. Das Bergeteam übernahm den Patienten, versorgte diesen in der Talstation und kümmerte sich um diesen bis zum Eintreffen des Rettungswagens.


Nach ein paar einsatzfreien Tagen, waren unsere Bergretterinnen und Bergretter am Wochenende wieder im Einsatz.
Am Samstag fand der 14. Rax-Lauf statt (großes Lob für die perfekte Organisation an das Team des WSV Payerbach sowie die Rax-Seilbahn für die Unterstützung und alle Sponsoren), bei dem die Bergrettung Reichenau an insgesamt 4 Stationen entlang der Berg-Laufstrecke postiert war, um im Bedarfsfall den Läuferinnen und Läufern rasch helfen zu können. Glücklicherweise blieb auch dieser Event – von Kleinigkeiten abgesehen – unfallfrei und wir gratulieren allen Sportlerinnen und Sportlern zu den gezeigten Leistungen. Insbesondere möchten wir unseren Bergretter:innen gratulieren, die beim Rennen mitgelaufen sind. Im Speziellen unserer Jana Teynor, die den Extrem-Lauf (15,5km, 1400Hm) in der Altersklasse W30 gewinnen konnte.
- Jana Teynor (Extrem): Platz 1 W30, Platz 5 (Allgemeine Klasse)
- David Seifried (Extrem): Platz 7 (M40), Platz 23 (Allgemeine Klasse)
- Thomas Ritter (Plateau): Platz 4 (M40), Platz 6 (Allgemeine Klasse)
- Moritz Blazek (Plateau): Platz 5 (M30), Platz 23 (Allgemeine Klasse)
Der Sonntag startete mit einer ersten Alarmierung bereits um 08.56 Uhr – ein Mann unbekannten Alters hatte sich aufgrund eines epileptischen Anfalle bei einem Sturz eine Kopfwunde zugezogen. Das Team der Bergrettung fuhr gemeinsam mit der Crew des Roten Kreuzes mit der Seilbahn auf und nahm die Versorgung des Patienten vor. Um kurz nach 10.00 Uhr konnte bereits wieder Einsatzende vermeldet werden.
Abends um 20.40 Uhr sollte die letzte Alarmierung in diesem einsatzreichen
August eingehen. Vom Notruf wurden Alpinpolizei und Bergrettung alarmiert, nachdem sich ein dänischer Staatsbürger und sein französischer Bergkamerad, wohnhaft in Wien, im Abstieg vom Schneeberg verirrt hatten.
Die beiden waren am Nachmittag erst um 15.00 Uhr im Weichtal gestartet und über die Weichtalklamm zur Kienthalerhütte aufgestiegen. Vor dort wanderten sie über den Südlichen Grafensteig in Richtung Stadelwand, um dort abseits des Weges über die Flug Ries, eine Schotterrinne, ins Tal abzusteigen. Der Abstieg dauerte aufgrund der schwierigen, alpinen Verhältnisse wesentlich länger als geplant, sodass sie in die Dunkelheit gerieten und schließlich die Orientierung – auch aufgrund mangelnder Gebietskenntnisse – verloren. Am Gebirgsgrat der Stadelwand konnten sie schließlich nicht mehr weiter und wählten den Notruf. Ein Bergeteam der Ortsstelle Reichenau stieg nachts in Richtung Stadelwandgrat auf und konnte mittels Lichtzeichen und Rufen Kontakt aufnehmen. Leider war ein direkter Zustieg nicht möglich, sodass das Team absteigen, um talauswärts über einen zunächst unmarkierten Steig und später weglos, am Seil gesichert zu den Personen zusteigen musste. Um ca 23.00 Uhr konnten die beiden Wanderer unverletzt, jedoch erschöpft aufgefunden werden. Am Seil gesichert wurden diese aus ihrer absturzgefährdeten Position befreit und sicher zu Tal gebracht. Um kurz nach Mitternacht war die Bergung abgeschlossen und der Einsatz konnte beendet werden.