Die kurze Woche, gepaart mit sonnig-heißem Wetter, zog viele Menschen in die Natur. Insgesamt sechsmal wurde unsere Ortsstelle von Personen in Not in den letzten sieben Tagen alarmiert.
Einsatz #1 ging am Samstag, 14.06 um 12.37 Uhr ein. Eine 67-jährige Neunkirchnerin war auf einem Waldweg am Kalvarienberg bei Pottschach gestürzt und hatte sich eine Knöchelfaktur zugezogen. Die Dienstmannschaft rückte aus und um 13.00 Uhr war ein in der Nähe wohnhafter Bergretter bereits vor Ort und nahm die Erstversorgung vor. 20min später traf das Bergeteam mit der Gebirgstrage ein. Aufgrund der bereits erfolgten Versorgung konnte die Dame umgehend mittels Trage geborgen und ins Tal gebracht werden, wo sie an den Rettungsdienst übergeben werden konnte.
Die nächste Alarmierung erfolgte am Mittwoch um 14.39 Uhr. Ein 57-jähriger Deutscher war im Abstieg von der Schneealm hinunter nach Hinternasswald im Bereich der Karlalm gestürzt und hatte sich ebenfalls am Knöchel verletzt. Eine Einsatzmannschaft wurde zusammengestellt und ein weiterer Bergretter begab sich direkt vom Wohnort zum Einsatzort. Parallel wurde der Notarzthubschrauber Christophorus alarmiert, der bereits um 15.06 Uhr Sichtkontakt mit dem Wanderer aufnehmen konnte. Aufgrund des langen Zustiegs wurde beschlossen, eine Taubergung durchzuführen. Die Mannschaft der Ortsstelle Reichenau blieb in Bereitschaft, bis die Bergung erfolgreich abgeschlossen war. Um 15.38 Uhr konnte die Bergung durch den Hubschrauber positiv beendet werden und der Deutsche wurde ins Krankenhaus geflogen.
Am Feiertag, den 19.06. wurde die Bergrettung Reichenau am Vormittag um 10.38 Uhr alarmiert. Ein 65-jähriger
Niederösterreicher war am Wanderweg auf die Waldfreundehütte am Obersberg von einer Kreuzotter gebissen worden. Unglücklicherweise setzte mit der Zeit augenscheinlich eine allergische Reaktion ein, sodass rasche Handeln notwendig war. Eine Einsatzmannschaft wurde zusammengezogen und der Rettungshubschrauber C15 alarmiert. Der Weg auf die Hütte ist stark bewaldet, glücklicherweise konnte um 10.58 Uhr der Christophorus Hubschrauber den Wanderer auf einer Kreuzung des Wanderweges mit einer Forststraße sichten. In unmittelbarer Nähe war eine Landung möglich, sodass der Notarzt rasch den Wanderer versorgen konnte. Die Einsatzmannschaft rückte wieder ein, nachdem der Hubschrauber mit dem Mann in Richtung Krankenhaus gestartet war.
Am Freitag, den 20.06. wurde die Ortsstelle um 17.16 Uhr von einem 32-jährigen Polen alarmiert. Er war in der Kletterroute „Richterkante“ gestürzt und hatte sich am Bein schwer verletzt, Verdacht auf Oberschenkelfranktur. Ein Bergeteam wurde zusammengestellt, welches um kurz nach 17.30 Uhr in Richtung Einsatzort ausrückte. Der mittlerweile eingetroffene Rettungshubschrauber C3 konnte bei einem Suchflug den Kletterer sichten und beschloss aufgrund der Lage, der Schwere der vermuteten Verletzung und der langen Zustiegszeit eine Taubergung. Die Bergrettung unterstützte am Zwischenlandeplatz Weichtalhaus und um 18.35 Uhr konnte der verletzte Kletterer vom Bodenteam der Bergrettung übernommen werden. Nach der abschließenden Versorgung wurde der Pole mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen und das Bergeteam rückte ein.
Zwei Einsätze brachte schließlich der Samstag. Alarmierung #1 ging um 11.15 Uhr ein. Ein Drachenflieger hatte einen Fehlstart im Bereich Bergstation, krachte in den Hochwald und stürzte schließlich in den oberen Seilbahngraben, ca 20m vom Tragseil der Rax-Seilbahn entfernt. Bereits um 11.24 Uhr konnte eine erste Bergemannschaft ausrücken, um mit der Seilbahn zum Unfallort aufzufahren. Ein Bergretter der Ortsstelle befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe
und stieg zum Unfallort ab. Wie sich herausstellte, war der Pilot von zwei anderen Piloten bereits vom Fluggeräte getrennt worden. Einer der beiden Ersthelfer – ein Unfallchirurg – hatte bereits die Erstversorgung vorgenommen. Der 58-jährige Pilot aus der Steiermark war ansprechbar, hatte sich jedoch die Schuler ausgekegelt und den Arm (mehrfach) frakturiert. Weiters dürfte ein Bein ebenfalls verletzt worden sein und aufgrund des Absturzes konnte eine Kopfverletzung nicht ausgeschlossen werden.
Um 11.39 Uhr traf die Notärztin des Rettungshubschraubers C3 beim Verunglückten ein, wenig später auch das weitere Bergeteam der Ortsstelle. Gemeinsam mit
dem Sanitäter der Bergrettung, der C3 Crew und dem anwesenden Unfallchirurgen wurde der Patient für die Taubergung vorbereitet.
Parallel dazu wurde das Flugsportgeräte durch die Bergrettung und die Teilnehmer des Flugkurses aus dem Gefahrenbereich gebracht und am Startplatz gesichert.
Um 12.15 Uhr war der Verunglückte soweit stabilisiert, dass die Taubergung erfolgen konnte. Dazu musste der Bertrieb der Seilbahn eingestellt werden, damit keine Gefahr bestand. Die Bergung mittels Bergesack glückte und der Patient konnte geborgen werden. Am Zwischenlandeplatz der Bergstation wurde er in den Hubschrauber verladen und um 12.43 Uhr ins Krankenhaus geflogen.
Die Bergrettung rückte anschließend in die Zentrale ein und um 13.18 Uhr konnte Einsatzende vermeldet werden.
Nur zwei Minuten später ging die zweite Alarmierung des Tages ein. Ein 80-jähriger Niederösterreich hatte einen Schwächeanfall erlitten und konnte seine Wanderung am Wasserleitungsweg nicht mehr fortsetzen. Die eben erst eingerückte Einsatzmannschaft brach sogleich wieder auf. Zwei Bergretter bildeten den Voraustrupp und trafen bereits um 13.37 Uhr beim Patienten ein und kümmerten sich um die Erstversorgung. Die restliche Crew bereitete eine bodengebundene Bergung vor und rückte im Anschluss nach. Nach der Versorgung des Patienten konnte dieser in die Gebirgstrage eingebracht werden. Um 13.57 Uhr startete der Abtransport zum Einstieg des Wasserleitungsweges, wo der Niederösterreicher dem Rettungsdienst übergeben werden konnte. Im Anschluss rückte die Mannschaft wieder ein.
Neben diesen Einsätzen unterstützten unsere Bergretter:innen auch noch bei Einsätzen auf der Hohen Wand.
Wir wünschen allen Patientinnen und Patienten baldige und gute Besserung.