Zu zwei Einsätzen wurde die Ortsstelle Reichenau an diesem Wochenenge gerufen. Am heutigen Sonntag klagte um 10.12 Uhr ein 52-jähriger Wiener am Törlweg (im unteren Bereich) über Übelkeit inkl. Übergeben, Kreislaufproblemen, Sehstörung und Schwindel. Ein in der Nähe wohnhafter Bergretter stieg unverzüglich zum Einsatzort, während ein Bergeteam mit Alpintrage zusammengestellt wurde und kurz darauf ausrückte. Nach knapp 35min traf der erste Bergretter ein und kümmerte sich um die Erstversorgung. Der Zustand war kritisch, weshalb der Notarzt und der Rettungshubschrauber Christophorus 3 angefordert wurde. Zwei Bergretter begaben sich zum Zwischenlandeplatz, um die Crew des ÖAMTC Hubschraubers einzuweisen, während ein Notfallteam der Bergrettung zum Einsatzort zustieg. Das Bergeteam mit Trage verblieb in der Nähe in Bereitschaft. Um 11.30 Uhr konnte die Taubergung im dichten Wald durchgeführt werden und am Zwischenlandeplatz die weitere Versorgung durch den Notarzt durchgeführt werden. Nach der Stabilisierung des Wieners, wurde dieser in den Helikopter verladen und ins Krankenhaus geflogen. Währenddessen stieg das Bergeteam der Bergrettung wieder ab, brachte die Begleitperson zu ihrem Fahrzeug und rückte anschließend in die Zentral ein. Einsatzende um kurz nach 3/4 Eins. Wir wünsche gute Besserung.
Am Vortag um kurz vor 19.26 wurden wir vom Notruf NÖ verständigt, dass sich zwei
Kletterer (33 Jahre, 34 Jahre) aus dem Burgenland in einer ungesicherten Route in der Stadelwand (Schneeberg) befänden und die Orientierung verloren hätten. In der einbrechenden Dunkelheit konnte der ebenfalls verständigte Polizei-Hubschrauber Libelle des Innenministeriums zwar noch einen Suchflug starten, eine Taubergung war jedoch nicht mehr möglich. Von der Crew der Libelle konnten Lichtzeichen am Stadelwandgrat ausgemacht werden. Nach mehrmaliger Rücksprache mit den beiden Burgenländern konnte der Standort am Grat eingegrenzt werden.
Ein 6-köpfiges Bergeteam sowie eine Alpin-Polizistin rückten aus und begannen mit dem Zustieg zu den beiden Gesuchten. Am sog. Gassl, einer steilen Rinne trafen die Bergretter zwei Alpinisten an, die Abstieg ebenfalls in die Dunkelheit gerieten waren. Diese gaben an, eine 2-er Seilschaft am Richterweg sowie am Stadelwandgrat wahrgenommen zu haben. Um 22.04 Uhr konnte das Bergeteam mit den Gesuchten mittels Lichtzeichen erstmals Sichtkontakt herstellen. Aufgrund der Steinschlaggefahr, der Ausgesetztheit und der mittlerweile weit fortgeschrittenen Uhrzeit (die beiden
Gesuchten waren um 09.30 Uhr am Morgen aufgebrochen, hatten jedoch bereits zu Beginn ihrer Tour den falschen Einstieg gewählt, sodass sie in einer anderen als der geplanten Tour unterwegs waren und trotz digitalem Topo den Aufstieg fortsetzten!) wurde vom Einsatzteam entschieden, um 22.12 Uhr nur zwei Bergretter zu den beiden gesuchten Burgenländern in den Grat einsteigen zu lassen, um zügig zu diesen aufzusteigen. Das restliche Bergeteam bliebt in sicherer Distanz in einem Schotterkar unterhalb der Wand. Nach knapp 30min traf das 2-köpfige Bergeteam bei
den Personen ein. Diese waren – aufgrund ihrer adäquaten Ausrüstung – in guter physischer Verfassung, sodass im Anschluss über über mehrere Etappen abgekletter und abgeseilt werden konnte. Um 00.30 Uhr konten die Burgenländer und die zwei Bergretter am Wandfuß vom restlichen Bergeteam in Empfang genommen werden.
Aufgrund der mittlerweile sehr kühlen Temperaturen (von um die +5 Grad), wurde zügig mit dem Abstieg ins Tal begonnen und um 01.38 Uhr traf das Bergeteam mit den zwei Personen am Parkplatz im Höllental ein. Mit dem Einrücken in die Bergrettungszentrale und die Abklärung des Sachverhalts konnte um 01.57 Uhr Einsatzende vermeldet werden.