Unser letztes Posting über unsere Jugendgruppe liegt bereits viel zu lange zurück. Inzwischen waren unsere jungen Bergretterinnen und Bergretter das gesamte Jahr 2025 über äußerst aktiv. In diesem Bericht möchten wir euch einen umfassenden Einblick in ihre spannenden Abenteuer geben.
Jänner: Start in der Boulderhalle
Zu Beginn des Jahres planten wir eigentlich, den Fokus auf Schneeaktivitäten wie Skitechnik, Skitouren und Sicherheitsmaßnahmen im Gelände zu legen. Da der vergangene Winter jedoch fast gänzlich ohne Schnee verlief – wir haben mit viel Mühe dennoch ein paar Schneeflecken gefunden –, verlegten wir unsere Aktivitäten in die Boulderhalle nach Wiener Neustadt. Die Motivation war riesig und jedes Mitglied der Jugendgruppe konnte unter der Anleitung unserer Trainerinnen und Trainer an seiner Technik feilen. Der Spaßfaktor kam dabei selbstverständlich nicht zu kurz.
Februar: Saftey First auf der Rax
Im Februar gab es dann endlich den ersehnten Kontakt mit dem Schnee. Zwar reichte die Schneelage nicht für eine Skitour, doch konnten wir die Zeit auf der Rax für ein umfassendes Sicherheitstraining optimal nutzen. Neben dem Umgang mit LVS-Geräten wie Schaufel, Sonde und Pieps sowie einem LVS-Check, lag der Fokus auf dem Bau eines Biwaks und der Technik, wie man einen Sturz im Absturzgelände mit dem Pickel abbremsen kann. Zusätzlich analysierten wir die Schneedecke, erstellten ein Schneeprofil und testeten diverse Verankerungen im Schnee auf ihre Belastungsfähigkeit. Zum Abschluss sorgte eine Schneeballschlacht zwischen Jugend und Erwachsenen für einen gelungenen Ausklang des winterlichen Tages auf der Rax.
März und April: Tourenplanung und Seiltechnik
Im März musste das Treffen leider wegen grippalen Infekten abgesagt werden. Dafür konnten wir im April bei Kaiserwetter und frischem Neuschnee erneut auf die Rax. Ausgestattet mit Karte, Bussole und Winterausrüstung navigierten wir Richtung Neue Seehütte und übten die Tourenplanung in der warmen Stube. Ein weiteres Treffen fand in kleinerem Rahmen im Weichtalhaus statt. Am dortigen Übungsfelsen standen Seiltechnik und das sichere Abseilen auf dem Programm.
Mai: Techniktraining und Eignungsüberprüfung
Der für Mai geplante Klettertag fiel dem Regen zum Opfer, weshalb wir unser Techniktraining in die Zentrale nach Reichenau verlegten. Hier wurden insbesondere Flaschenzüge und der Bau einer Seilbahn geübt. Zwei unserer Mitglieder, Mia und Emil, hatten zudem die Möglichkeit, an der Eignungsüberprüfung unserer Ortsstelle für angehende Bergretter:innen teilzunehmen. Beide zeigten eindrucksvoll, dass sie bereits alle nötigen Fähigkeiten erworben haben, um mit Erreichen des 16. Lebensjahres die zweijährige Ausbildung in der Bergrettung beginnen zu können. Eine großartige Leistung!
Juni: Spektakuläres am Törl
Im Juni hatten sich unsere beiden Jugendausbildner Ben und Mike ein besonders spannendes Programm überlegt, das alle Erwartungen übertraf. Früh morgens starteten wir mit dem Aufstieg über den Törlweg auf die Rax zum Törlgrat. Dort mussten die Jugendlichen ein Seilgeländer errichten, um die Gruppe sicher auf das Plateau zu führen. Dabei standen richtiges Seilhandling, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie das korrekte Auf- und Abbauen im Vordergrund. Zusätzlich wurde im ausgesetzten zweiten Schwierigkeitsgrad geklettert – Teamgeist war gefragt, und die Gruppe meisterte die Aufgabe mit Bravour. Im Anschluss wurde der Kronich-Eisenweg, ein Klettersteig der
Kategorie C, bezwungen. Einige Jugendmitglieder wagten sich danach noch an die Sportkletterrouten am Törlkopf. Nach einer verdienten Pause mit Jause, war der Tag jedoch noch nicht zu Ende. Es stand für unsere Jugendgruppe eine besondere Herausforderung an: Für den Abstieg war eine „Erstbegehung“ von den Vormäuern ins Tal geplant. Zunächst errichteten unsere jungen Bergretterinnen und Bergretter einen sicheren Standplatz an einem Baum, um von dort aus das weitere Vorgehen abzusichern. Im Anschluss seilten sie sich fast 70 Meter über felsiges Gelände zu einer kleinen Nische ab. An diesem Sammelpunkt angekommen, begann der nächste Abschnitt des Abstiegs: Ohne markierten Weg ging es für die Gruppe über Schotterrinnen weiter nach unten, bis schließlich ein Jagdsteig erreicht wurde. Über diesen gelangten die Jugendlichen schließlich auf den Törlweg, der sie wieder zurück zum Ausgangspunkt am Knappenhof führte.
Sommer: Private Aktivitäten
Im Sommer fanden keine offiziellen Treffen statt. Dennoch waren unsere Jugendlichen weiterhin aktiv und trafen sich privat, um gemeinsam zu wandern, zu klettern und Spaß zu haben.
September: Start nach den Sommerferien
Nach den langen Sommerferien fand das erste Treffen vor zwei Wochen statt. An diesem Wochenende war auch die Niederländische Seenotrettung zu Gast in Reichenau – ein separater Bericht dazu folgt noch. Nachdem am Freitagabend unser jährlicher Grillabend stattfand, ging es am Samstag, trotz teilweise müder Augen, auf die Rax. Die Jugendgruppe unterstützte am Törl und errichtete ein Seilgeländer, über das die Mitglieder der Seenotrettung den Grat überschreiten konnten. Anschließend ging es in den Klettersteig, wo unsere Jugendlichen erneut bewiesen, dass sie auch Steige der Kategorie C souverän meistern. Den Abschluss am Plateau bildete das beliebte Spiel „Catch the Flag“.
Wir sind super stolz auf unseren Nachwuchs. Bleibt so, wie ihr seid. Und macht weiter, was euch Spaß macht. Ihr seid großartig.
Und ein großes DANKE auch an unsere Jugendleiter, Mike und Ben, sowie die Helferinnen und Helfer, die dies erst möglich machen.
