Alpin Notruf: 140

Das erste Wochenende nach der Unwetterlage nutzten viele Menschen für einen Ausflug in die Natur. Dies führte zu in Summe vier Einsätzen für die Ortsstelle Reichenau zwischen Freitagabend und Sonntagabend.

Einsatz #1: Großer Sonnleitstein
Zwei Wiener Wanderer waren Samstagmittag von Hinternasswald zu einer Wanderung auf den Großen Sonnleitstein aufgebrochen. Aufgrund der Schneelage ab ca 1300m und sehr mangelhafter Ausrüstung, fehlender Tourenplanung kamen sie nur sehr langsam voran. Um 17.48 Uhr wählten sie schließlich den Notruf 140. Sie saßen unterhalb des Gipfels im Schnee fest, konnten jedoch aufgrund von Erschöpfung nicht mehr vor und zurück. Aufgrund fehlender Ausrüstung (keine warme Jacke, kein Biwaksack, keine festen Schuhe, keine Stirnlampen,…) und dem nahenden Sonnenuntergang wurde auch die Libelle des BMI alarmiert. Parallel rückte eine Einsatzmannschaft aus, sollte der Sichtungsflug negativ sein und/oder eine Bergung mittels Hubschrauber nicht möglich sein. Glücklicherweise konnte um 18.45 Uhr durch die Crew des Polizei-Hubschraubers Sichtkontakt mit den beiden Mittedreißigern hergestellt und die kurze Zeit später auch aus der Luft geborgen werden. Das Bergeteam der Ortsstelle rückte wieder in die Zentrale ein.

Einsatz #2: Ottohaus
Am frühen Sonntagmorgen um 07:20 Uhr ging der erste von drei Einsätzen an diesem Tag ein. Ein Mann aus Graz war in der Nacht gestürzt, hatte dabei ein Platzwunde erlitten. Am Morgen klagte er über Schwindelanfälle, Übelkeit, Erbrechen. Ein Sanitäter der Ortsstelle und ein Bergretter fuhren mit der Gondel auf die Rax und mit dem KFZ zur Schutzhütte. Parallel wurde der Christophorus 3 aus Wr. Neustadt verständigt. Nach der Erstversorgung ging es mit dem C3 ins Krankenhaus Wiener Neustadt zur weiteren Abklärung und Behandlung.

Einsatz #3: Südlicher Grafensteig
Eine Wienerin gab am um 16.45 Uhr beim Notruf 140 an, dass sie ihren Begleiter, einen 54-jährigen Niederösterreich aus Korneuburg, am Südlichen Grafensteig verloren hatte. Sie hatten sich am Schneeberg für eine erste gemeinsame Tour verabredet. Der Polizei-Hubschrauber startete zu einem Sichtungsflug in Richtung Schneeberg, parallel wurde eine erste Suchmannschaft der Ortsstelle Reichenau alarmiert und rückte in Richtung Kienthalerhütte aus. Auch wurde die Bergrettung Puchberg mitalarmiert, weil nicht klar war, ob die Person nicht in Richtung Einsatzgebiet der Ortsstelle Puchberg weitergegangen war. Die Libelle konnte um kurz nach 17.30 Uhr mit der unverletzten Melderin Sichtkontakt herstellen. Wenig später traf der vermisst geglaube Niederösterreich wieder auf die Wienerin.  Gleichzeit gab sie an, dass sie eine Gruppe von Jugendlichen am Weg getroffen hatte, die ungenügend ausgerüstet sein sollten, jedoch noch zu später Stunde über den Schneeberg gehen wollten. Darauf wurde beschlossen, dass die Libelle des BMI den Bereich in Richtung Schneeberggipfel abfliegt, die beiden Wanderer einstweilen am Weg in Richtung Kienthalerhütte absteigen. Sie trafen dort um 18.10 Uhr auf die Bergretter der Ortsstelle Reichenau, mit denen sie weiter zum Bergrettungsfahrzeug abstiegen und um knapp vor 19.30 Uhr in der Zentrale in Reichenau eintrafen. Der Erkundungsflug der Flugpolizei nach den Jugendlichen verlief negativ und wurde schließlich eingestellt.

Einsatz #4: Bergstation Rax-Seilbahn
Parallel zum Einsatz am Grafensteig ging ein weiterer in der Zentral ein. Ein 54-jähriger Mann aus dem Bezirk Neunkirchen klagte über einseitige Lähmungserscheinungen und einen Schwächeanfall. Der Verdacht eines Schlaganfalls führte zum sofortigen Ausrückens unseres Notfallsanitäters mit einem Kameraden zur Bergstation und die Alarmierung des Notarzthubschraubers. 20min später trafen C3 und die beiden Bergretter bei dem Mann im Berggasthof ein. Nach der Erstversorgung ging es sofort ins Krankenhaus Wiener Neustadt zur weiteren Abklärung und Behandlung. Das Rettungsteam fuhr wieder ins Tal und rückte in die Zentrale ein.

Wir wünschen allen Personen eine gute, baldige Genesung. Und appellieren an die Wanderer uns Ausflügler, die Touren und Unternehmungen dem Eigenkönnen, der Kondition und den Verhältnissen angepasst zu unternehmen.

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