Unsere Jugendbergretterinnen und Jugendbergretter sind wieder erfolgreich ins neue Schuljahr gestartet. Dafür wünschen wir euch jede Menge Spaß, spannende Erlebnisse und viel Erfolg! Gleichzeitig möchten wir die Gelegenheit nutzen, gemeinsam auf einen besonders abwechslungsreichen und abenteuerlichen Sommer zurückzublicken.
Bereits bei der jährlichen Sommerübung unserer Ortsstelle im Juni hatten wir bei strömendem Regen die Wetterfestigkeit unseres Materials und unserer Nachwuchsretter:innen auf die Probe gestellt. Dafür meinte es das Wetter bei allen weiteren Sommerterminen umso besser mit uns.
Kletterabenteuer auf der Rax
Am zweiten Ferienwochenende ging es für neun junge Bergretter:innen
auf die ruhige und landschaftlich beeindruckende Seite der Rax. Bereits um 8 Uhr morgens trafen sich alle Teilnehmer:innen in der Bergrettungszentrale in Reichenau/Rax. Wie gewohnt wurde zunächst im gemeinsamen Kreis das Tagesprogramm vorgestellt und es blieb ausreichend Zeit für Fragen, Wünsche und Anregungen der Jugendlichen.
Danach wartete bereits die erste Herausforderung: In Zweier- und Dreiergruppen galt es, die Tour zum Klettergarten beim Habsburghaus selbstständig zu planen. Grundlage dafür waren eine analoge Karte sowie Topos und Tourenbeschreibungen aus dem Kletterführer. Anschließend ging es mit dem Bergrettungsfahrzeug zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Sicher und zielsicher führten die Jugendlichen die Gruppe über den markierten Kaisersteig in Richtung Habsburghaus. Auch die Abzweigung zum Klettergarten wurde problemlos gefunden. Erst auf den letzten Metern über einen unmarkierten und im Latschenfeld schwer erkennbaren Steig unterstützte das dreiköpfige Bergrettungsteam.
Am Wandfuß des Kalkfelsens angekommen, richteten zwei Bergretter jeweils drei Toprope-Routen bis zum Schwierigkeitsgrad 5 ein. Fast drei Stunden lang wurde geklettert, ausprobiert und an der eigenen Technik gefeilt. Der Einsatz zahlte sich aus: Am Ende konnten einige Jugendliche sogar die schwierigste Route des Klettergartens, den „Elefantenbauch“ (5), erfolgreich bewältigen.
Danach führte der Weg zum Habsburghaus, wo Hüttenwirt Richard die Gruppe herzlich willkommen hieß. Bei einer wohlverdienten Stärkung genossen die Kinder und Jugendlichen den herrlichen Panoramablick vom Ötscher über die Schneealpe und die Heukuppe bis hinüber zum Klettergarten.
Gestärkt ging es anschließend zurück ins Tal und weiter ins Höllental, wo bereits die nächste Überraschung wartete. Direkt am Flussufer hatten die Eltern ein wunderbares Picknick vorbereitet. Bei gekühlten Getränken, ausgezeichnetem Essen und bester Stimmung wurde viel gelacht und geplaudert. Einige wagten sogar den Sprung in das ausgesprochen erfrischende Wasser der Schwarza, während andere das SUP ausgiebig auf seine Höllentaltauglichkeit testeten.
Mit Einbruch der Dunkelheit, selbstverständlich ohne auch nur ein Stück Müll zurückzulassen, ging es schließlich müde, aber überglücklich nach Hause. Für manche Familien begann danach direkt der wohlverdiente Urlaub.
Sommerlager der Bergrettung NÖ/W
Ein weiteres Highlight wartete in der letzten Juliwoche: das jährliche Sommerlager der Bergrettung NÖ/W. Dieses Mal ging es für zehn Jugendbergretter:innen unserer Ortsstelle nach Annaberg am Fuße des Ötschers, wo vier Tage voller Abenteuer gemeinsam mit Kids anderer Ortsstellen auf sie warteten.
Am ersten Tag stand die bergrettungstechnische Ausbildung im Mittelpunkt. Darüber hinaus ging es vor allem um gemeinsame Bergerlebnisse, Zusammenhalt sowie Freundschaften und Kameradschaft über alle Ortsstellen hinweg. Am Abend wanderten alle auf den Hochstadelberg und genossen einen atemberaubenden Sonnenuntergang.
Am zweiten Tag wurden die Jugendlichen entsprechend ihrer Erfahrung auf drei Touren aufgeteilt. Eine Gruppe erkundete die Ötschergräben, eine weitere überschritt den Wildkamm mit kurzen Kletterpassagen, während die dritte Gruppe den Klettersteig „Tristans Kirchbogensteig“ (C) in den Spielmäuern bewältigte. Die Touren stellten unterschiedliche Anforderungen und erforderten jeweils Ausdauer, Trittsicherheit sowie gegenseitige Unterstützung. Die gemeinsamen Erlebnisse förderten den Austausch und stärkten den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Alle Teilnehmenden sammelten wertvolle Erfahrungen und bewältigten die jeweiligen Herausforderungen erfolgreich im Team.
Am letzten Tag des Camps führte eine gemütliche Wanderung auf das Hennesteck. Von dort ging es für viele zum absoluten Höhepunkt der Woche: per Zipline zurück ins Tal. Ein mehr als würdiger Abschluss für das Sommerlager 2026. Die Vorfreude auf 2027 ist bereits groß.
Einen umfassenden Bericht vom Jugendlager und viel mehr Fotos findet ihr auf der Homepage der Bergrettung NÖ/W.
Besuch von den ORF-Abenteuercheckern
Am 30. August kam es beim ersten Termin nach der Urlaubszeit für die meisten Jugendmitglieder zu einem Wiedersehen. Und dieser Tag sollte zu einem ganz besonderen Highlight werden. Die Abenteuerchecker Benni und Gucki von ORF KIDS TV besuchten die Jugendbergrettung Reichenau und wurden von unseren Jugendlichen sofort herzlich in die Gruppe aufgenommen. Gemeinsam verbrachten wir einen spannenden Tag am Fels, retteten die beiden Stofftiere Frida und Karl aus einem Klettersteig und errichteten einen Flying Fox. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei wie gewohnt vom Jugendausbildungsteam rund um Ben, Mike und Tom sowie von vier weiteren erfahrenen Bergrettern. Das Abenteuer könnt ihr ONLINE auf ON.ORF.AT ansehen.
Bereits um 8:30 Uhr startete der Tag mit einem herzlichen „Servus“ und dem Kennenlernen von Benni und Gucki. Nachdem die Ausrüstung in die Bergrettungsfahrzeuge verladen worden war, ging es ins Höllental zum wunderschön an der Schwarza gelegenen Weichtalhaus.
Am Hubschrauberlandeplatz wurde zunächst die Ausrüstung kontrolliert. Unsere Jugendbergretter:innen unterstützten Benni und Gucki beim Anlegen von Gurt, Helm und Klettersteigset. Anschließend ging es zum Aufwärmen direkt in den Rotternsteiner Klettersteig (B/C), der erst im Mai eröffnet worden war.
Mit Bravour meisterten alle Teilnehmer:innen die Route. Auch die beiden Gäste bewiesen rasch, dass sie sich am Felsen bestens zurechtfinden. Challenge Nummer 1 war erfolgreich geschafft.
Während der Begehung wurden die Stofftiere Karl und Frida mittels provisorischem Brustgurt, Bandschlinge und Karabiner im Klettersteig positioniert. Nun galt es in Challenge Nummer 2, die beiden terrestrisch zu bergen. Dazu wurde ein Standplatz eingerichtet und ein Rettungsteam im Doppelstrang in den Klettersteig abgeseilt.
Bei Karl angekommen, wurde sie gesichert und ins Rettungssystem eingebunden. Anschließend bauten die Jugendmitglieder gemeinsam mit Gucki einen Flaschenzug auf und zogen das Team zurück auf den Wanderweg. Wenig später wurde auch Frida erfolgreich geborgen. Auch diese Herausforderung meisterten alle vorbildlich.
Nach so viel Einsatz war es Zeit für eine wohlverdiente Mittagspause. Auf der Terrasse des Weichtalhauses von Manu und Alex stärkten sich alle bei Schnitzel, Kaspressknödelsuppe und anderen Köstlichkeiten. Doch das eigentliche Tageshighlight sollte noch bevorstehen.
Nach dem Mittagessen übten die Jugendlichen das Einbringen von Personen in die Gebirgstrage. Parallel unterstützten die erfahreneren Jugendmitglieder das Bergrettungsteam beim Aufbau des Flying Fox.
Danach durften alle Kinder und Jugendlichen den Flying Fox selbst ausprobieren und die Schwarza in mehr als 15 Metern Höhe überqueren. Eine echte Mutprobe, die für große Begeisterung sorgte und von allen mit Bravour gemeistert wurde. Challenge Nummer 3 erfolgreich abgeschlossen.
Nachdem auch die letzte Aufgabe erledigt war, hatten sich die Jugendlichen ein Eis redlich verdient. Anschließend ging es zurück in die Bergrettungszentrale Reichenau, wo ein ereignisreicher Tag für viele glückliche Kinder und ein zufriedenes, wenn auch müdes Bergrettungsteam zu Ende ging.
Lieber Benni, lieber Gucki, es war uns eine riesige Freude, euch einen Tag lang bei uns begrüßen zu dürfen und dieses Abenteuer gemeinsam zu erleben. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen – die Einladung steht.
Zum Abschluss danken wir allen Helferinnen und Helfern herzlich. Ob Eltern, Familienmitglieder, Hüttenwirte oder Bergretterinnen und Bergretter: Erst eure Unterstützung macht all diese Erlebnisse und diese hochwertige alpine Ausbildung möglich.
Das Ausbildungsteam der Jugendbergrettung Reichenau freut sich auf die kommenden Termine und viele weitere Abenteuer im Jahr 2026. Die Planungen für 2027 haben bereits begonnen – eines sei verraten: Die Ausbildung und Förderung unserer Kinder und Jugendlichen wird uns ein Herzensanliegen bleiben und mit vollem Engagement fortgesetzt werden.
Wer uns dabei mit einer Spende oder bei der Anschaffung von Ausrüstung und Outdoorbekleidung für unseren Nachwuchs finanziell unterstützen möchte, kann gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Danke für eure Unterstützung!