Die ersten beiden Wochen der Sommerferien verliefen erfreulicherweise relativ ruhig – so wurde unsere Ortsstelle nur zu fünf Einsätzen von Personen in Not alarmiert. Am 1. Juli gerieten zwei Wienerinnen (22 und 20 Jahre) in ein Unwetter am Schneeberg. Die beiden waren trotz Gewitterwarnung zu einer längeren Bergtour aufgebrochen. Sie konnten im unversperrten WC der Kienthalerhütte Schutz suchen und setzten um ca 14.00 Uhr einen Notruf ab. Ein kleines Team der Ortsstelle fuhr mit dem Geländefahrzeug der Bergrettung über den Fronbachgraben zu. Die Personen konnten die wenigen Höhenmeter zum KFZ absteigen und wurden vom Team zu ihrem KFZ beim Weichtalhaus gebracht.
Ein 67-jähriger Steirer erlitt am 4. Juli zur Mittagszeit unweit der Neuen Seehütte auf der Rax einen Schwächeanfall. Die Personen wurde vom Hüttenwirt erst versorgt und auf die Hütte gebracht. Ein Einsatzteam der Ortsstelle fuhr mit der Rax-Seilbahn auf die Rax und mit dem Bergrettungsfahrzeug zur Seehütte. Nach der weiteren Versorgung wurde die Person retour zur Bergstation gebracht und ins Tal begleitet, wo wir den Mann zu seinem Fahrzeug in die Griesleiten brachten. Eine Überstellung durch die Rettung in das Krankenhaus wurde vom Mann abgelehnt. Nach dem Unterschreiben eines Revers wurde er an Angehörige übergeben.
Das vergangene Wochenende brachte schließlich zwei Einsätze am Samstag für die Ortsstelle. Und am Sonntag einen bei einer Nachbarortsstelle, wo ein Kamerad aus Reichenau unterstützte. Am 11. Juli um kurz vor halb Fünf setzte eine 48-jährige Wienerin einen Notruf ab – sie war im Abstieg vom Obersberg in Richtung Schwarzau/Gebirge gestürzt und hatte sich eine schwere Fußverletzung zugezogen. 8 Minuten nach der Alarmierung rückte die Dienstmannschaft bereits aus. Der ebenfalls verständigte Notarzthubschrauber Christophorus 3 konnte um 16.42 Uhr die Person aus der Luft ausfindig machen und glücklicherweise unweit der Patientin landen, sodass eine rasche Versorgung der Verletzung möglich war. Die eintreffende Einsatzmannschaft unterstützte dabei als auch bei der Verladung in den Helikopter.
Noch am selben Abend ging eine weitere Alarmierung ein – ein junges polnisches Pärchen hatte im Abstieg nach einer Klettersteigtour (Teufelsbadstubensteig) die falsche Route genommen Statt des Wachthüttelkammsteig (Steig mit Leitern) stiegen sie in den Preintalersteig ein – eine leichte Kletterroute im Schwierigkeisgrad 1 ein. Die grundsätzlich gut ausgerüsteten Polen kamen aufgrund der Steilheit und Absturzgefahr des Geländes nur langsam voran und setzten schließlich um 20.45 Uhr einen Notruf ab. Nach Abklärung der Situation mit Alpinpolizei als auch den beiden Personen durch die Einsatzleitung der Bergrettung Reichenau, rückte um 21.00 Uhr ein vierköpfiger Voraustrupp mit Seil- und Bergematerial aus (ein zweites Team folgte wenige Minuten später). Mit dem Eintreffen im Großen Höllental konnten bereits von der Forststraße aus die Lichtzeichen der beiden wahrgenommen werden. Das Einsatzteam stieg mühsam 150 Höhenmeter über das Geröllfeld zum Wandfuß auf. Ein Seilgeländer wurde aufgebaut und um 22.05 Uhr konnten die Bergretter die beiden jungen Personen antreffen. Diese waren in einem guten Gesundheitszustand, sodass die wenig später über das Seilgeländer zum Wandfuß abgeseilt werden konnten. Um 22.55 Uhr traf das Bergeteam mit den Personen beim Bergrettungsfahrzeug ein und mit diesem ging es zurück zu ihrem Campingbus im Weichtalhaus. Mit dem Eintreffen der Mannschaft um kurz nach 23.20 Uhr konnte Einsatzende vermeldet werden und der Fokus auf die Fußball-Weltmeisterschaft (England vs. Norwegen) gerichtet werden.
Und heute Dienstag, um 15:30 Uhr, alarmierten zwei Wanderer aus Wien die Bergrettung, nachdem sie in ein – vom Wetterdienst angekündigtes – Schwergewitter geraten waren. Aufgrund ungenauer Ortsangaben suchten zwei Einsatzteams den Bereich Griesleiten ab, konnten die Betroffenen jedoch nicht finden. Nachdem die Alarmierenden nicht mehr erreichbar waren, wurde der Einsatz in Abstimmung mit der Polizei beendet. Eine Stunde später stellte die Polizei fest, dass die gesuchten Wanderer bereits selbstständig zu ihrem Fahrzeug zurückgekehrt waren, ohne dies trotz mehrerer Kontaktversuche mitzuteilen.