Alpin Notruf: 140

Am Sonntag ging die etwas ruhigere Zeit im Einsatzgebiet zu Ende und die Ortsstelle Reichenau wurde zu einem Einsatz im Großen Höllental alarmiert. Zwei ungarische Staatsbürger wollen über einen der Klettersteige auf die Rax aufsteigen, um sich mit einer dritten Person am Ottohaus zu treffen.

Um 15.12 Uhr setzte der am Rax-Plateau wartende Wanderer ein Notruf ab, nachdem ihn die beiden Ungarn telefonisch informiert hatte, am Alpenvereinsteig in Bergnot geraten zu sein. Sie gaben an, die Orientierung verloren zu haben und sich einen weiteren Auf- oder Abstieg nicht zu zutrauen.

Die diensthabende Einsatzmannschaft übernahm den Einsatz und zwei Bergretter führen zum Zwischenlandeplatz, um mit der – ebenfalls alarmierten – Crew des Polizei Hubschraubers die Bergung abzusprechen. Ein 7-köpfiges Bergeteam fuhr mit der Seilbahn auf das Rax-Plateau, um von oben zu den Personen zuzusteigen und eine bodengebundene Bergung vorzubereiten.

Beim Erkundungsflug der Libelle des BMI konnten die beiden Personen abseits des Steiges, ca 100m oberhalb des AV-Steiges, in vereisten Absturzgelände gesichtet werden. Aufgrund des gefährlichen Zustiegs und der nahenden Dämmerung wurde gemeinsam mit der Leitstelle entschieden, die Bergung mittels Tau durchzuführen. Um 16.13 Uhr startete der Polizei-Hubschrauber vom Weichtalhaus aus zur Bergung, welche gelang und die beiden Ungarn konnten ca 20min später am Zwischenlandeplatz von der Bergrettung übernommen werden.

Die zweite Mannschaft ging von der Höllentalaussicht zurück zum Ottohaus, um gemeinsam mit der dritten Personen den Rückweg anzutreten. Mit dem Eintreffen der Bergemannschaft in der Zentrale konnte mit dem Einbruch der Dunkelheit Einsatzende vermeldet werden. Vielen Dank an die Crew der Libelle,  von Notruf NÖ sowie der Rax-Seilbahn für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Wir möchten darauf hinweisen, dass trotz des bislang schneearmen Winters, die Klettersteige im Höllental – auch aufgrund der nordseitigen Ausrichtung – an einigen Stellen vereist sind und es zahlreiche harte Schneefelder zu queren. Es besteht akute Absturzgefahr. Wir raten von einer Begehung dringend ab.

 

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